Benachteiligung von Frauen

Benachteiligung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt und im Betrieb

von Iryna Spektor

2. Was man unter Benachteiligung versteht

Benachteiligung wird mit dem Begriff der Diskriminierung synonym verwendet und ist das Zufügen von Nachteilen z.B. aufgrund des Geschlechtes. Das Benachteiligungsverbot aufgrund des Geschlechtes ist in Art. 3 II Grundgesetz verankert. Mit dem Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes vom 27.10.1994 wurde ein neuer Satz 2 in Art. 3 II GG eingefügt: "Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin." Ziel der Vorschrift ist die Herstellung von Gleichberechtigung in der Realität. Auf verfassungsrechtlicher Ebene wird anerkannt, dass derzeit Nachteile für Frauen in der sozialen Wirklichkeit bestehen, die es zu beseitigen gilt. Das Ziel, auf welches der Staat hierbei verpflichtet wird, ist Gleichheit. Diskutiert wird dies vor allem in der Gegenüberstellung von Chancengleichheit und Ergebnisgleichheit[2].

Das Fremdwörterlexikon bietet hier zwei Definitionen an:

* durch unzutreffende Äußerungen oder Behauptungen in der Öffentlichkeit jemandes Ansehen, Ruf schaden, ihn (sie) herabsetzen, und
* durch unterschiedliche Behandlung benachteiligen, zurücksetzen[3].

Beide Definitionen treffen auf die Diskriminierung von Frauen zu. Zur Ersten gibt es das Beispiel der Diffamierung als Doppelverdiener. Welche Frau bekommt denn zweimal Gehalt? Diese Diffamierung ist also nicht nur unzutreffend, sondern setzt auch das Ansehen der Frauen herab, da es das Meinungsklima in der Öffentlichkeit dahingehend beeinflusst, dass Frauen eigentlich keine Berufstätigkeit zugestanden wird.

Die zweite Definition lässt sich durch ungleiche Ausbildungs- und Aufstiegschancen belegen und die Anzahl der Frauen in leitenden Positionen ist verschwindend gering.

[2] Vgl. http://lms.hu-berlin.de/cgi-bin/glossar_recht.pl?Benachteiligung

[3] Vgl. Duden Band 5, Fremdwörterbuch, Mannheim 1982, S.190