Benachteiligung von Frauen

Benachteiligung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt und im Betrieb

von Iryna Spektor

9.3 Unterbrechung der Erwerbstätigkeit oder „Babypause“

Weil sich das weibliche Biographiemodell vom Männlichen vor allem darin unterscheidet, dass es eine Unterbrechung der Erwerbstätigkeit beinhaltet, sind Frauen durch die Wirkungsweise solcher Regeln systematisch benachteiligt, weil die Rückkehr oft einen Betriebswechsel erfordert, bei dem alle in einem anderen Betrieb erworbenen Anwartschaften verloren gehen.

Auch verlieren die Qualifikationen der Frauen mit zunehmender Dauer der Unterbrechung immer mehr an Wert auf dem Arbeitsmarkt, sodass die Chancen immer mehr sinken, einen Arbeitsplatz auf dem früheren Beschäftigungsniveu zu finden: der unterqualifizierte Einsatz von Frauen mit Berufsausbildung ist dementsprechend in vielen weiblichen Beschäftigungsbereichen die Regel[29].

Die „Babypause“ wird damit zur Aufstiegsbremse und hindert viele Frauen am beruflichen Weiterkommen. Zwar haben sich die Bedingungen mit dem Erziehungsurlaubsgesetz gebessert, da dieses eine Rückkehr in den früheren Beschäftigungsbetrieb auf dem alten Beschäftigungsniveau vorsieht. Oft scheitert dies in der Praxis jedoch daran, dass die Betriebe keine Teilzeitstellen anbieten oder dass die Frauen über die Dauer des Erziehungsurlaubs hinaus mit der Erwerbsarbeit aussetzen.

Riester Rente

[29] Vgl. Pfau-Effinger, Birgit; Geschlechtsspezifische Unterschiede auf dem Arbeitsmarkt: Grenzen segmentationstheoretischer Erklärung; Arbeitspapiere aus dem Arbeitskreis RAMF, 1990, S.15