Benachteiligung von Frauen

Benachteiligung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt und im Betrieb

von Iryna Spektor

9.2 Teilzeit

Teilzeitarbeit bedeutet intensivere Arbeitsleistung, oft anspruchslose Tätigkeit, geringere Aufstiegmöglichkeit, geringeres Entgelt, schlechtere Alterssicherung, um nur einige der Nachteile dieser Arbeitszeitform zu nennen.

Wenn Frauen nach der Geburt eines Kindes auf Teilzeit wechseln, um Beruf und Familienpflichten miteinander vereinbaren zu können, bedeutet das unter Umstände sogar einen beruflichen Abstieg. Gerade in den qualifizierten Berufsbereichen von Frauen werden Teilzeitstellen nur selten angeboten, sodass viele Frauen eine Arbeitsstelle, an der sich die Erwerbsarbeit zeitlich und örtlich mit der Kinderbetreuung vereinbaren lässt, nur um den Preis der Berufsaufgabe und des Wechsels auf eine Anlerntätigkeit finden[26].

Mit der Übernahme von Aufgaben der Kinderbetreuung geraten Mütter sogar in Gefahr, ganz aus dem Arbeitsmarkt ausgegrenzt zu werden, sofern sie in ihren Arbeitszeitwünschen „nach unten“ von der Arbeitszeitnorm abweichen. Denn Teilzeitstellen werden, gemessen an der Nachfrage, in viel zu geringem Umfang angeboten, sodass vielen Frauen die Rückkehr in das Erwerbsleben nach der „Babypause“ nicht gelingt. Einer Untersuchung des IAB[27] zufolge stellt das fehlende Teilzeitangebot für fast die Hälfte der Frauen in der stillen Reserve eine Hauptschwierigkeit bei der Rückkehr dar[28].

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[26] Vgl. Bollinger, D.; Teilzeitarbeit -weibliche Strategie oder unternehmerischer Oktroi?; Mitteilungen der ZWE “Arbeit und Betrieb”; Universität/Arbeiterkammer Bremen, 1989

Vgl. Mayer, K., Allmendinger, J; Work and the Life Course, Esping-Andersen; New York 1989

[27] Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

[28] Vgl. Brinkmann, C.; Arbeitslosigkeit und stille Reserve von Frauen, Vortrag zur Tagung „Berufsverlauf und Familienentwicklung von Frauen“ des Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Ringberg, 1989